Schwanenwirt und Apotheker

Der Schwanenwirt und der Apotheker
Der Kampf um den Erker in der Mühlgasse
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Die Ausgangslage

Wer heute durch Umstadt geht, hat an vielen historischen Stellen der Stadt  Gelegenheit, interessante Bemerkungen zur Umstädter Geschichte zu lesen. Gut gestaltet mit alten Abbildungen geben sie ein meist kenntnisreiches geschichtliches Bild. Nicht alles ist allerdings zutreffend, aber wer zu diesem und jenem schreibt,  macht auch mal einen Fehler. Da schließe ich mich natürlich nicht aus. Als ich vor einigen Wochen zufällig an der ehemaligen Praxis von Dr. Hoenisch am Dalles vorbeikam, sah ich mir die historische Info am Haus Spamer an (Bild vom Haus des Apothekers Herzberger mit Erker zum Schwanenhaus hin). Dabei stellte ich zu meiner Überraschung fest, dass dort behauptet wurde, man wisse nicht, ob es den Herzberger-Erker wirklich gegeben habe oder nicht.

Na ja, wer kann schon alles behalten, was vor vielen Jahren veröffentlicht wurde, wenn es überhaupt gelesen wird. Dieser ehemalige Erker hat mich schon immer fasziniert. Er war ein Streitobjekt zwischen dem Schwanenwirt und dem benachbarten Apotheker. Wenn man den verschlungenen Wegen dieses Streits folgt, erfährt man (sozusagen nebenbei), wie die wesentlichen Stationen der Umstädter  Gerichts- und Behördenorganisation vor 300 Jahren aussahen.

Es ist fast 20 Jahre her, dass ich die Geschichte dieses Erkers geschildert habe. Natürlich erinnert sich heute niemand mehr daran. Deshalb will ich nochmals  hervorholen, was es damals mit dem Erkerchen auf sich hatte. Wer sich allerdings nur für spektakuläre Hinrichtungen  verführter Frauen  auf dem Marktplatz oder notorischer Diebe auf dem Galgenplatz in Umstadt interessiert,  dem  rate ich, hier die Lektüre (wenn er überhaupt so weit gekommen ist),  abzubrechen. Denn das Folgende ist etwas trocken  und nicht jedermanns Sache, wie ich zugeben muss. Vielleicht gibt es aber doch einige, die sich auch für die frühere Umstädter Gerichts- und Behördenstruktur interessieren, die sich gleichsam um den malerischen Erker in der Mühlgasse rankt.  

Der älteste Stadtplan eines Teils der Stadt von 1727

Anfang des 18. Jahrhunderts war das Gasthaus „Zum Schwanen“ in Umstadt das am besten geführte Haus. Der Gastwirt Johann Martin Mohr verkaufte von den insgesamt 21 Umstädter Wirten, die Wein ausschenken durften, die größte Menge: 1727 waren es 3 Fuder und 7 Ohm, was der stattlichen Menge von rund 4000 l entsprach.  Das Gasthaus stand in der Mühlgasse, der heutigen Schwanengasse (heutiges Haus frühere Praxis Dr. Hoenisch – westliche  Seite). Das rechts daneben stehende Anwesen (auch genannt das „Pobbische Haus“) hatte seit vielen Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, einen kleinen Erker, der gut drei Schuh (das ist etwa ein knapper Meter)  in die Gasse hinein ragte. Dies störte aber nicht die freie Sicht vom Giebelfenster des Schwanenhauses. Denn dieses Haus stand, wie man der anliegenden Planskizze von 1727 entnehmen kann, nicht in der Fluchtlinie, sondern war gut zwei Meter in den Mühlweg hinein versetzt. Johann Martin Mohr war mit sich und der Welt zufrieden, wenn er vom Fenster seines Hauses in den „Neuen Weg“ hinein blicken konnte bis zum Dieburger Tor nahe der Pfälzer Schlossanlage.  

Die erste Apotheke in Umstadt

Der Frieden des Gastwirts sollte allerdings empfindlich gestört  werden, als der Apotheker Herzberg 1727 das „Pobbische Haus“ kaufte, um sich dort eine Apotheke einzurichten. Zugleich erweiterte er  den Erker des Hauses auf 4 ½ Schuh (also auf ca. 1,40 m) mit einem Fenster zum benachbarten Gasthaus hin, ohne zuvor Mohr zu fragen. Selbstverständlich war der Gastwirt mit diesem Umbau nicht einverstanden. Er sah sich in seiner Sicht in die Vorstadt hinaus massiv behindert und beschwerte sich deshalb bei dem Stadtschultheißen Sturmfels, bei Bürgermeister Poth und weiteren Mitgliedern des Stadtrats gegen „hiesigen Apothekern Herzberg …, dass er an seinem erkauften Haus einen neu verfertigten Erker weiter als bisher vergrößert“ habe.

Apotheke Pobbisches Haus Gasthaus Schwanen

Damit war die Sache beim Rat der Stadt gelandet, und zwar beim Oberrat, der aus 12 gewählten Bürgern der Stadt bestand, oft auch weniger.  Der Unterrat, den es auch noch gab, spielt hier keine Rolle. Zugleich war auch das Stadtgericht zur Entscheidung angerufen. Hierzu muss man wissen, dass die Mitglieder des Oberrats identisch mit den Schöffen des Stadtgerichts  waren. Am 18.5.1727 entschied das Gericht unter dem Vorsitz des Stadtschultheißen zugunsten des Gastwirts, weil der Erker ihm die Sicht versperre. Es gab dem Apotheker auf, den Erker wieder auf das ursprüngliche Maß zurück zu führen.

Herzberger war empört und „interponierte die appellation an das Oberamt pede stante.“ Mit anderen Worten, er legte Berufung ein, über die das Oberamt zu entscheiden hatte.  

Das Oberamt Umstadt

Das Oberamt, zu dem Richen, Klein-Umstadt und Semd gehörten, war seit Anfang des 16. Jahrhunderts geteilt zwischen Kurpfalz und Hessen. Es wurde repräsentiert und verwaltet durch die Oberamtmänner oder Amtsverweser beider Herrschaften, entweder in Person oder – wie meist – vertreten durch Amtskeller, die ihnen untergeordnet waren. Sie hielten regelmäßig Sitzungen im Rathaus der Stadt. Leider sind ihre Protokolle in der Darmstädter Brandnacht verloren gegangen, der schwerste Verlust von Umstädter Archivalien. Vieles kann jedoch rekonstruiert werden, weil die beiden Landesherrschaften endlose Streitigkeiten führten und lebhaft Protokollabschriften fertigten. Das Oberamt hatte nun über die Berufung des Apothekers zu entscheiden. Die Zuständigkeit richtete  sich nach einem Vertrag von 1526. In geraden Jahren waren die Hessen, in ungeraden die Pfälzer zuständig.

1727 war also Kurpfalz an der Reihe. Allerdings war der Oberamtmann keine Berufungsrichter im heutigen Sinne. Eine Teilung der Gewalten gab es damals noch nicht. Er war der Vorgesetzte des Stadtschultheißen und die allein entscheidende untere Instanz, wenn er von den Parteien angerufen wurde. Selbstverständlich kümmerte er sich nicht um jede Sache, die im Stadtrat oder, was das gleiche war, im Stadtgericht verhandelt wurde. Er entschied auf Antrag der Parteien oder auch dann, wenn er eine Sache an sich zog, die er für wichtig hielt.

Bevor sich der pfälzische Oberamtmann – es war Freiherr Ullner von Dieburg – mit dem Fall befasste, erschien am 24.05.1727 Johann Martin Mohr nochmals vor dem Stadtrat und beantragte Martin Kern als Zeugen zu vernehmen, dessen Vater ehemals im Schwanenhaus gewohnt hatte. Dieser habe schon seinerzeit gegen den benachbarten Erker protestiert und man sei im Stadtrat übereingekommen, dass der Erker nicht tiefer als 3 Schuh und 2 Zoll sein dürfe. Daran habe Herzberg sich zu halten.

Als der Stadtschultheiß Kuntzenbach jetzt den zerstrittenen Parteien vorschlug, sich auf einen Erker von 4 Schuh zu einigen, erwiderte der Schwanenwirt trotzig, er werde „keinen Zoll nachgeben.“ Daraufhin ließ das Oberamt Anfang Juni 1727 eine erneute Ortsbesichtigung vornehmen. Jetzt kam man zu einem umgekehrten Ergebnis: am 06.06.1727 erkannte das Oberamt „durch Urthel“ zu Recht,  „dass der Appellant  (also Herzberger) zum Herausbau des Erkers befugt war.“ Zugleich war ihm vorbehalten, „das gemeine Plätzgen käuflich an sich zu bringen und zu überbauen.“ Es war dies der gut zwei Meter breite Streifen vor seinem Haus, um den das benachbarte Gasthaus herausgebaut war. Gegen dieses „vom Oberamtmann und Keller zu favor des Herzberger ganz widerrechtlich gefällte Urteil“ legte Mohr „stante pede“ Appellation zur nächst höheren Instanz ein, dem Hofgericht zu Mannheim.

Die „Acht Geschworenen“

Zuvor versuchte er jedoch, die Streitigkeit auf städtischer Ebene in seinem Sinn entscheiden zu lassen. Mohr  erschien wiederum vor dem Stadtrat und bat um eine Bescheinigung, dass er „nach der vorgenommenen Besichtigung gemäß der Observanz (= Gewohnheitsrecht) um die ´Acht Geschworenen´ verschiedentlich nachgesucht habe, was ihm aber abgeschlagen worden sei.“ Bei diesen „Acht Geschworenen“ handelte es sich um ein uraltes städtisches Gerichtsorgan, besetzt mit acht angesehenen Bürgern der Stadt, zur Hälfte aus Mitgliedern des Rats und zur anderen Hälfte aus der Bürgerschaft ausgewählt. Der Stadtrat bestätigte dem Wirt in einem rechts- und stadtgeschichtlich aufschlussreichen Attest, dass „es nach hiesiger uralter observanz in strittigen Sachen causa possessoris (= Besitzklagen) … noch jedesmal erlaubt sei, sich uff die Acht Geschworenen zu berufen und zur Entscheidung des Streits zu bedienen… .“ Das Attest war zwar sehr schön formuliert, nützte dem Gastwirt aber im Ergebnis nichts. Denn die alte Stadtgerechtigkeit der vorrangigen Entscheidung durch „Acht Geschworene“,  die auf mittelalterlichem Recht beruhte, war mit dem Erstarken der Landesherrschaft längst aus der Mode gekommen. Wenn der Rechtsstreit erst einmal vor dem landesherrlichen Beamten gelandet war, fragte niemand mehr – Observanz hin, Observanz her – nach den „Acht Geschworenen“. Das musste auch Johann Martin Mohr zu seinem Leidwesen einsehen. Er setzte jetzt alle seine Hoffnung auf das Hofgericht in Mannheim.

Städtische Versteigerung 

Jetzt ging aber Herzberger zum Gegenangriff über. Er bot der Stadt 20 Gulden als Kaufpreis für das Plätzchen vor seinem Haus. Gehörte es erst einmal ihm, dann konnte der Erker in jedem Fall bleiben wie er war. Die Stadtherren wollten aber mehr Geld herausschlagen. Sie beschlossen, das Plätzchen meistbietend zu versteigern,  es „aufzustecken“,  wie man das damals nannte. Damit komplizierten sie aber – sicherlich ungewollt – den schwebenden Rechtsstreit. Als im Versteigerungstermin vom 17.08.1727 das „neben dem Gasthaus zum Schwanen liegende zum Schweinemarkt gehörende gemeine Stadtpflaster“ ausgeboten wurde, überboten sich Mohr und Herzberger gegenseitig. Schließlich blieb Mohr mit 32 Gulden und 10 Kreuzern Meistbietender. Nun schien alles in seinem Sinn gewonnen zu sein, weil er – so dachte er wenigstens – jetzt Eigentümer des Streifens vor der Apotheke war. In seiner Euphorie sicherte er den Stadtvätern zu, das Plätzchen „für ewige Zeit“ unbebaut als Teil des Schweinemarkts zur freien Nutzung der Stadt liegen zu lassen.

Das Hofgericht in Mannheim

Er hatte allerdings die Rechnung ohne den Wirt, genauer ohne die Richter des Hofgerichts in Mannheim gemacht. Nachdem er deren Zuständigkeit mit dem städtischen Attest über die Acht Geschworenen vergeblich in Frage gestellt hatte, erließen die Hofrichter am 12.07.1728 ein Urteil, „daß vom Richter erster Instanz wohl gesprochen. Der erteilte Bescheid ist zu confirmieren und zu bestätigen.“ Wieder hatte der Schwanenwirt verloren.

Das Oberapellationsgericht in Mannheim

Damit gab sich aber der wackere Gastwirt nicht zufrieden. Er legte gegen das Urteil Revision beim Oberappellationsgericht in Mannheim ein, das im Jahr zuvor gegründet worden war. Wir sehen: es gab auch damals schon das, was wir heute den „Rechtsmittelstaat“ nennen.  Nachdem die Kanzlei des Kurfürsten Carl Philipp festgestellt hatte, dass das Begehren Mohrs  „infolg  seiner Größe und Wichtigkeit als auch den Umständen halber zur revision vermög Ordnung qualifiziert“ sei, konnte der Revisionsprozeß beginnen. Beide Parteien waren durch gelehrte Advokaten vertreten. Zur Verdeutlichung ihres Anliegens legten sie neben anderen Unterlagen. eine Planskizze vor. Diese historisch wertvolle Zeichnung, die in der Anlage beigefügt ist, stellt den frühesten Stadtplan eines Teils unserer Stadt dar.

Die für den Juristen interessanten Einzelheiten zum damals geltenden Fensterrecht sollen hier ausgespart werden. Jedenfalls verlief der Prozess für den Gastwirt Mohr auch in dieser Instanz enttäuschend. Am 20.08.1729 verkündete das Gericht, es habe „nach genugsamer Überlegung und Erwägung für Recht erkannt, das Urteil des Hofgerichts zu confirmieren und das depositum von 50 Gulden (das war der von Mohr gezahlte Gerichtskostenvorschuss) einzuziehen.“

Wieder in der Stadt beim Amtsverweser Dickhaud

Wer  denkt,  damit sei die Sache endlich abgeschlossen, täuscht sich. Trotz des Urteils sah sich das Gericht aufgrund einer „remonstration“ von Mohr veranlasst, eine umfangreiche Beweisaufnahme   („examination und verhör“) anzuordnen. Die Mitglieder des Stadtrats und eine große Anzahl beteiligter Bürger  sollten als Zeugen vernommen werden, vornehmlich zu den Begleitumständen der strittigen Versteigerung. Der Amtsverweser Dickhaud machte sich an die Arbeit. Im September 1729 schickte er einen Bericht über seine Untersuchungen zum Oberappellationsgericht. Jetzt war die Geduld der Richter am Ende. Sie schrieben  an  26.11.1729 nach Umstadt, es ergehe der „ernstliche befehl“, das Oberamt solle den Mohr in dieser „abgethanen und in  ihrer  rechtskrafft bewachsenen Sache ein für alle Mal zur Ruhe  zu verweisen und das Oberappellationsgericht nicht mehr zu behelligen.“

Damit war der Streit entschieden, der in Wirklichkeit noch rechtlich und sachlich komplizierter war, als es hier geschildert werden kann. Man hat jedenfalls den Eindruck, dass  die  Richter – trotz  eingehender  juristischer Argumentation, geschmückt   mit  vielen  lateinischen Sentenzen – ihre Entscheidung mehr vom Ergebnis her trafen denn von den gesetzlichen  Grundlagen.  Aber  das soll es ja auch noch heute geben

Johann Martin Mohr, der sämtliche Kosten am Hals hatte,  blieb nichts anderes übrig, als sich mit dem Erker in der Nachbarschaft abzufinden. 

Das Archiv

Der Streit um den Erker des Apothekers  ist ein schönes Beispiel, wie man (hoffentlich)  anschaulich wesentliche Teile des Gerichts- und Behördenaufbaus der Stadt und ihrer Herrschaften darstellen kann. Ich habe deshalb diesen längst verschwundenen Erker in den Mittelpunkt der kleinen Abhandlung gestellt.  Mit ihm alleine ist es aber nicht getan. Hinzukommen  müssen die Archive mit ihren historischen Urkunden.  Ohne sie ist die Kenntnis vom Erkerchen in der Mühlgasse wertlos. Die dazu  passenden Unterlagen müssen aus dem  Bestand des Archivs recherchiert, gelesen und interpretiert werden. Ich hebe diese Selbstverständlichkeit hervor, um auf die Bedeutung unseres Stadtarchivs hinzuweisen, das in der alten Schule in Raibach untergebracht ist.  Es ist, was seine Ordnung angeht, in vorbildlichem Zustand. Georg Brenner und Herr Lochmann aus Raibach haben ganze Arbeit geleistet.

Aber das ist nur die eine Seite der Wahrheit. Wer näher in den staunenswerten Bestand hineinschaut, wird erschrocken feststellen, dass Vieles vom Verfall bedroht ist. Seit vielen Jahren sind von der Stadt keine nachhaltigen Maßnahmen ergriffen worden, die geeignet sind, den archivalischen Bestand umfassend auf Dauer zu sichern. Die Bände der wertvollen Bürgermeisterrechnungen, die für mich den Kernbestand des Archivs bilden, sind teilweise in einem erbärmlichen, zerfledderten Zustand, von den alten Stadtrechnungen aus dem 16. Jahrhundert ganz zu schweigen.

Aber es gibt noch etwas, das weit bedenklicher ist: die Raibacher Schule als Standort des Archivs. Wenn ich recht informiert bin, war diese Unterbringung einst als Notlösung gedacht. Es liegt für jeden auf der Hand, dass unersetzliche Archivstücke brandsicher gelagert werden müssen. Dafür gibt es bestimmte Mindestanforderungen, die allerdings in der alten Schule bei weitem nicht gegeben sind. Ein Funke zur unrechten Zeit kann den gesamten Bestand des Archivs zerstören. Das „Gedächtnis der Stadt“ wäre unwiederbringlich ausgelöscht und weitere Forschungen zur städtischen und dörflichen Geschichte nur noch höchst eingeschränkt möglich.

Umstadt wird ja die Kulturhauptstadt des Kreises genannt. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, müssten sich die Verantwortlichen für die Förderung der Kultur allerdings darüber im Klaren werden, dass zur städtischen Kultur nicht nur Festivitäten, Umzüge, Sing-Sang und Ausstellungen gehören (so interessant sie auch sein mögen), sondern auch und gerade die Pflege und die Sicherung des wertvollsten Kulturguts, das wir haben: den städtischen Archivalien. Diese  nennt man treffend auch das „Gedächtnis der Stadt“. Die „Umstädter Konsenskultur“ scheint sich aber, was dieses Thema betrifft, in einem tiefen Dämmerschlaf zu befinden nach dem Motto: „Es wird schon nichts passieren“. Die einzige Partei, die sich um die angesprochenen  Probleme intensiver kümmert und wohl dabei ist, bestimmte Vorstellungen zu entwickeln, ist die FDP. Das muss hier lobend erwähnt werden. Von der Gegenseite, die das Sagen hat, hört man von eigenen Beiträgen  nichts oder wenig. Einmal soll sogar der Gedanke geäußert worden sein, das Archiv mit seinen Unterlagen könne doch nach Darmstadt  abgegeben werden. Ein beschämender Gedanke für jeden, dem die Geschichte unserer Stadt am Herzen liegt.  

REM:  veröffentlicht im OB vom 09.07.2019